Pressemitteilung des Werra-Meißner-Kreises vom 28.09.2026: Werra-Meißner-Kreis ist offiziell Mitglied von KOMPASS Resilienz
Als erster Landkreis in Hessen tritt der Wera-Meißner-Kreis dem Landesprogramm bei
Der Werra-Meißner-Kreis ist nun offiziell Teil des hessischen Landesprogramms KOMPASS Resilienz. Am Freitag, 18. September 2026, überreichte Hessens Innenminister Prof. Dr. Roman Poseck das KOMPASS-Resilienz-Schild feierlich an Landrätin Nicole Rathgeber. Der Werra-Meißner-Kreis ist damit der erste Landkreis, der dem hessischen Programm beitritt. Neben dem Werra-Meißner-Kreis sind bereits drei weitere hessische Kommunen Teil des Programms. Ziel ist, dass der Werra-Meißner-Kreis Schritt für Schritt widerstandsfähiger wird, indem auf die bereits bestehenden Strukturen aufgebaut wird, Verwaltung und Kommunen sich zielgerichteter vernetzen, stabile Versorgungsstrukturen ausgebaut werden, starke Partner eingebunden werden und die Bevölkerung auf Vorsorge und Eigenverantwortung sensibilisiert wird.
KOMPASS Resilienz verfolgt hierbei einen ganzheitlichen Ansatz: Im Mittelpunkt steht die Frage, wie widerstandsfähig eine Kommune beziehungsweise ein Landkreis gegenüber Krisen und außergewöhnlichen Belastungen ist – und wie es gelingt, auch unter schwierigen Bedingungen handlungsfähig zu bleiben. Hierzu werden unterschiedliche Bereiche zusammengedacht, die für die Funktionsfähigkeit und das gesellschaftliche Leben eines Landkreises von Bedeutung sind.
Dazu gehören beispielsweise eine handlungsfähige Verwaltung, stabile Versorgungsstrukturen und Infrastrukturen, die Vorbereitung auf unterschiedliche Krisenszenarien, die Eigenvorsorge der Bevölkerung sowie die Zusammenarbeit zwischen Kommunen, örtlichen Versorgern, Organisationen und weiteren wichtigen Akteuren. Gleichzeitig geht es darum, aus Erfahrungen zu lernen, bestehende Strukturen fortlaufend anzupassen und weiterzuentwickeln.
„Im Werra-Meißner-Kreis gibt es bereits viele Strukturen, die dazu beitragen, auch in schwierigen Situationen handlungsfähig zu bleiben. Mit KOMPASS Resilienz wollen wir diese noch stärker miteinander verbinden, gemeinsam weiterentwickeln und sichtbar machen. Entscheidend ist, dass Verwaltung, Kommunen, wichtige Versorgungsstrukturen und weitere Partner dabei zusammenarbeiten“, erklärt Landrätin Nicole Rathgeber.
Innenminister Prof. Dr. Roman Poseck hebt hervor: „Der Werra-Meißner-Kreis tritt dem Landesprogramm nicht unvorbereitet bei. Schon vor der Bewerbung wurden zusätzliche Stellen im örtlichen Katastrophenschutz sowie für die zivile Verteidigung und Alarmplanung geschaffen. Neben der Ertüchtigung der Kreisverwaltung – mitunter durch gezielte Schulungen – wurde zudem ein Notstromerzeuger beschafft. Diese Maßnahmen beweisen ein aktives Bewusstsein für Selbstschutz und Präventionsarbeit.“
Vernetzung als zentraler Baustein
Eine zentrale Aufgabe im Rahmen von KOMPASS Resilienz übernimmt künftig Marco Federau vom Stab Gefahrenabwehr. Als zentraler Ansprechpartner innerhalb der Kreisverwaltung wird er die Aktivitäten bündeln, die Vernetzung unterstützen und den Kommunen für Fragen rund um das Thema Resilienz zur Verfügung stehen.
„Wir wollen sichtbar machen, was bereits vorhanden ist, die verschiedenen Aktivitäten stärker miteinander verbinden und gemeinsam weiterentwickeln. Entscheidend ist dabei der regelmäßige Austausch zwischen allen Beteiligten“, erklärt Federau.
Ein wichtiger Baustein soll deshalb der geplante Resilienzrat des Werra-Meißner-Kreises werden. Das kreisweite Gremium soll unterschiedliche Akteure zusammenbringen und dazu beitragen, Resilienzthemen strategisch weiterzuentwickeln. Im Fokus stehen dabei unter anderem Bereiche, deren Funktionsfähigkeit für die Bevölkerung von besonderer Bedeutung ist – beispielsweise Energieversorgung, Trinkwasser und Abwasser, medizinische Versorgung oder Lebensmittelversorgung.
Gemeinsam sollen mögliche Abhängigkeiten und Risiken betrachtet, vorhandene Vorsorgemaßnahmen miteinander verknüpft und weitere Handlungsmöglichkeiten entwickelt werden. Der Resilienzrat soll damit nicht erst im Krisenfall aktiv werden, sondern vor allem dazu beitragen, vorausschauend Strukturen zu stärken und die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Akteuren zu verbessern.
Kommunen bringen ihre Erfahrungen ein
Eine weitere wichtige Ebene bilden die Städte und Gemeinden im Werra-Meißner-Kreis. Viele Maßnahmen werden unmittelbar vor Ort umgesetzt. Gleichzeitig kennen die Kommunen ihre örtlichen Gegebenheiten und möglichen Herausforderungen besonders gut.
Mit einem Kommunalen Arbeitskreis Resilienz soll deshalb ein regelmäßiger Austausch zwischen den Städten und Gemeinden ermöglicht werden. Dort können Erfahrungen, erfolgreiche Ansätze und konkrete Fragestellungen zusammengetragen und gemeinsam weiterentwickelt werden. Gleichzeitig sollen Erkenntnisse aus der kreisweiten Arbeit in die Kommunen getragen werden und umgekehrt die Erfahrungen vor Ort in die weitere Planung des Kreises einfließen.
Mit der Teilnahme an KOMPASS Resilienz erhält diese Arbeit einen gemeinsamen Rahmen. Ziel ist es, bestehende Aktivitäten besser zu verzahnen, neue Impulse aufzunehmen und Resilienz dauerhaft als Querschnittsaufgabe weiterzuentwickeln. Dabei umfasst Resilienz nicht nur die Vorbereitung auf eine mögliche Krise, sondern ebenso die Fähigkeit, Belastungen zu bewältigen, sich an veränderte Rahmenbedingungen anzupassen und aus Erfahrungen für die Zukunft zu lernen.



