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Mitteilung vom 30.01.2026: Winterdienst in unserer Gemeinde – so gehen wir vor

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

weil es in den vergangenen Tagen viele Fragen zum Winterdienst gab, möchte ich Ihnen gern erklären, wie wir bei Schnee und Eis vorgehen, warum manches Zeit braucht und wo unsere Grenzen liegen. Mir ist wichtig, dass Sie nachvollziehen können, wie wir arbeiten.

 

Worum es beim Winterdienst geht

Unser Ziel ist nicht, dass jede Straße jederzeit komplett schneefrei ist. Unser Ziel ist, dass Straßen und Wege möglichst sicher nutzbar bleiben, auch unter winterlichen Bedingungen. Gerade bei außergewöhnlich großen Schneemengen ist das eine große Herausforderung.

In unserer Gemeinde betreuen wir rund 80 Kilometer Straßen und Wege – von Hauptstraßen über Wohngebiete und Neubaugebiete bis hin zu Gehwegen und Verbindungen zwischen den Ortsteilen.

 

Wer macht den Winterdienst?

Der Stellenplan der Gemeinde weist zurzeit 8,5 Stellen im Bereich des Bauhofes aus.

Davon sind im Winterdienst:

  • 3 Fahrer, die die Räumfahrzeuge bedienen

  • 3 Kollegen, die als Handkolonne unterwegs sind, zum Beispiel für Gehwege, Treppen, Haltestellen und enge Stellen

Wichtig ist: Diese Mitarbeiter sind nicht nur für den Winterdienst da. Auch im Winter läuft das normale Tagesgeschäft weiter.

 

Was heißt „normales Tagesgeschäft“ im Winter?

Auch bei Schnee und Eis gibt es Aufgaben, die nicht warten können, zum Beispiel:

  • Heizungsausfälle in Kitas, Bürgerhäusern oder Dorfgemeinschaftshäusern

  • Frostschäden

  • Absperrungen und Sicherungsmaßnahmen bei Gefahrenstellen

  • Sturm- und Schneebruchschäden, etwa durch herabfallende Äste oder umgestürzte Bäume

  • Arbeiten mit festen Terminen oder Fristen, die eingehalten werden müssen

Der Winterdienst läuft also parallel zu diesen Aufgaben und muss in den Arbeitsalltag eingebettet werden.

 

Wann ist der Winterdienst im Einsatz?

Der gemeindliche Winterdienst umfasst die folgenden Einsatzzeiten:

  • täglich von 5:30 Uhr bis 20:00 Uhr,

  • Montag bis Sonntag.

Ein durchgehender 24-Stunden-Winterdienst ist organisatorisch nicht möglich. Dabei spielen auch Sicherheitsaspekte eine große Rolle.

 

Warum gibt es keinen Winterdienst rund um die Uhr?

Im Winterdienst sind drei Räumfahrzeuge gleichzeitig im Einsatz. Diese werden von Fahrern bedient, die schwere Maschinen bei Dunkelheit, Glätte und eingeschränkter Sicht führen. Dafür braucht es Konzentration und ausreichende Erholung.

Deshalb müssen wir uns an die gesetzlichen Arbeitszeiten halten:

  • maximal 10 Stunden Arbeitszeit pro Tag,

  • mindestens 11 Stunden Ruhezeit zwischen zwei Einsätzen,

  • sowie Pausen während längerer Einsätze.

Das dient der Sicherheit der Mitarbeiter genauso wie der Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer.

 

Welche Fahrzeuge sind unterwegs?

Wir setzen unterschiedliche Fahrzeuge ein, weil Straßen und Wege sehr unterschiedlich breit sind:

  • Unimog für breite Haupt- und Verbindungsstraßen

  • Multicar für Wohngebiete und Nebenstraßen

  • Kleintraktor für Gehwege und schmale Verbindungen

Ein Fahrzeug kann nicht alles leisten. Ein großes Fahrzeug passt nicht in jede enge Straße, und ein kleines Fahrzeug kann keine langen Strecken schnell genug abfahren.

Trotz guter Vorbereitung und regelmäßiger Wartung kann es vorkommen, dass ein Fahrzeug oder ein Gerät im Einsatz einen Defekt hat. Dann braucht es Zeit für die Reparatur oder wir müssen umdisponieren, bis ein anderes Fahrzeug übernehmen kann. Dadurch kann es in einzelnen Bereichen zu Verzögerungen kommen.

 

Nach welchen Regeln wird geräumt?

Wir arbeiten nach einer festen Prioritätenliste. Zuerst werden geräumt:

  • Hauptverkehrsstraßen

  • steile Strecken

  • Schul- und Buswege

  • wichtige Verbindungsstraßen

  • bekannte Gefahrenstellen

Wohn- und Nebenstraßen folgen zeitversetzt. Da es bei Schneefall meist in allen Ortsteilen gleichzeitig schneit, erfolgt die Räumung Schritt für Schritt.

 

Warum fährt der Winterdienst manche Stellen mehrfach an?

Das wirkt manchmal so, ist aber normal. Viele Bereiche werden nacheinander geräumt:

  1. zuerst die Hauptfahrbahn,

  2. dann die Neben- und Stichstraßen,

  3. anschließend Gehwege und schmale Verbindungen.

Das ist kein unnötiges Hin- und Herfahren, sondern der normale Ablauf: Straße – Nebenflächen – Gehwege.

 

Warum bleibt in manchen Straßen festgefahrener Schnee?

Wenn Schnee durch den Verkehr festgefahren wird und wieder anfriert, entsteht eine harte Schicht, die am Untergrund haftet. Ein Schneeschild kann losen Schnee schieben, aber eine festgefahrene Schneedecke nicht einfach „abheben“.

In solchen Fällen sind Verbesserungen oft nur noch über Streuen und Nacharbeit möglich. Wichtig ist dabei: Das passiert selten mit einem einzigen Durchgang. Je nach Dicke der festgefahrenen Schneeschicht muss mehrmals gestreut und nachgearbeitet werden.

Salz braucht außerdem Einwirkzeit. Es wirkt nicht sofort, sondern löst die Oberfläche der Schneeschicht Schritt für Schritt an. Erst danach kann bei einer weiteren Fahrt die Griffigkeit verbessert oder erneut geräumt werden. Dieser Prozess braucht Zeit – vor allem dann, wenn mehrere Ortsteile gleichzeitig betroffen sind.

 

Warum sehen Neubaugebiete oft schneefrei aus?

Neubaugebiete sind öffentliche Straßen und müssen ebenfalls verkehrssicher sein. Sie wirken oft besonders sauber, weil dort weniger Verkehr herrscht. Der Schnee wird nicht so schnell festgefahren, und eine einmalige Räumung zeigt oft schon eine deutliche Wirkung. Das ist keine Bevorzugung, sondern eine Folge der geringeren Verkehrsbelastung.

 

Wendehämmer, parkende Autos und die Frage: Wohin mit dem Schnee?

Gerade in Wendehämmern und engen Wohnstraßen stellt sich häufig die Frage: Wohin mit den großen Schneemengen?

Beim Winterdienst wird der Schnee nicht beseitigt, sondern von der Fahrbahn an den Rand geschoben. Die Schneemasse bleibt also erhalten – sie liegt anschließend nur an einer anderen Stelle. In engen Straßen und Wendehämmern ist der Platz dafür oft sehr begrenzt.

Zusätzlich erschweren parkende Fahrzeuge die Räumung erheblich. Besonders problematisch sind Autos, die auf Gehwegen stehen. In diesen Fällen kann der Gehweg oft nicht mehr maschinell geräumt werden.

Beengte Platzverhältnisse führen dazu, dass:

  • langsamer gearbeitet werden muss,

  • die Räumqualität eingeschränkt ist,

  • Schnee schneller festgefahren wird.

     

Zum Schluss

Ich danke allen Bürgerinnen und Bürgern herzlich für ihr Verständnis und ihre Geduld. Gerade bei außergewöhnlich großen Schneemengen arbeiten wir mit Hochdruck daran, die wichtigsten Strecken so schnell und so sicher wie möglich befahrbar zu halten.

Hinweise aus der Bevölkerung nehmen wir ernst und berücksichtigen sie im Rahmen unserer Möglichkeiten. Gleichzeitig bitte ich um Verständnis, dass manche Situationen – je nach Wetterlage, Priorität und Platzverhältnissen – Zeit brauchen.

Die Ansprüche an den gemeindlichen Winterdienst orientieren sich an folgenden Faktoren:

  • Einhaltung der rechtlichen Verpflichtungen

  • Erbringen einer möglichst optimalen Leistung

  • Sparsame und effektive Bewirtschaftung der zur Verfügung stehenden Mittel

Diese Faktoren beeinflussen sich gegenseitig. Sicherlich ist eine bessere Leistung und damit Zufriedenheit der Bürger immer das Ziel, aber es muss allen bewusst sein, dass dieses Ziel, je höher es angesetzt wird, auch höhere Kosten verursacht, die wiederum von der Gemeinde, also den Bürgern, getragen werden müssen.

 

An dieser Stelle möchte ich auch unseren Mitarbeitern vom Baubetriebshof meinen Respekt aussprechen. Sie halten den Winterdienst unter schwierigen Bedingungen aufrecht und geben jeden Tag ihr Bestes. Ein freundliches Wort oder ein kurzes Dankeschön, wenn man sich begegnet, kommt dort erfahrungsgemäß wirklich gut an.

 

Vielen Dank für Ihr Verständnis.

 

Frank Kummer

Bürgermeister